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IGNORED

Rüdiger in thailand


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Lustig aber manchmal wahr ...

 

hatte es damals von irgendwo auf einer Webseite kopiert ... kann dem Autor aber nicht mehr ausfindig machen ... sorry

 

 

Hauptdarsteller:

 

Rüdiger K. (43), selbständig, Dipl.-Ing.

 

Suay T. (21), Kellnerin in einer Bar.

 

Vorgeschichte:

 

Rüdiger ist erfolgreich. Durch harte Arbeit und Stehvermögen hat er sich in Deutschland eine eigene Firma aufgebaut. Er hat fünf Angestellte und seine Firma läuft gut. Die Produkte, die er anbietet, sind, da er in einer Marknische agiert, fast konkurrenzlos und die Rezession ist beinahe spurlos an ihm vorbeigegangen.

 

Rüdiger hat aber auch Probleme. Probleme mit seiner Familie. Insbesondere in der Ehe kriselt es. 16-Stunden-Arbeitstage, Wochenendarbeit und Urlaub den es nicht gab, veranlassen die Frau, ihren Spaß anderswo zu suchen. Wozu hat man denn Geld, wenn man es vor lauter Arbeit nicht ausgeben kann?

 

Rüdiger hat auch viele Freunde. Einer davon war vor kurzem vier Wochen in Thailand. Er schwärmt ihm vor, jedes Mal wenn sie sich treffen, wie toll es da doch sei. Alle lächeln, sind offen für alles und insbesondere die Frauen sind willig und anschmiegsam, ganz anders eben als die zickigen Emanzen hier im kalten Deutschland.

 

Aber Rüdiger ist auch Realist. Er glaubt seinem Freund nicht so recht. Andererseits ist ein Urlaub schon zwei Jahre fällig, seine Firma läuft gut und seinem Partner kann er vertrauen. Seine Frau? Die ist begeistert von der Idee, getrennt in Urlaub zu fahren.

 

Also kauft sich Rüdiger ein Ticket nach Bangkok. Natürlich Business-Class, man möchte ja nicht mit den Sex-Touristen zusammen in der Holzklasse reisen. Wenn er sich seine Mitreisenden in der Wartehalle so anschaut, dann weiß er ganz genau, dass er aus anderem Holz geschnitzt ist.

 

In Bangkok angekommen, macht er auch nicht die Fehler, die die anderen Neulinge machen: Er wechselt natürlich nur ganz wenig Geld direkt am Flughafen (das tut er lieber später im Hotel) und leistet sich eine Limousine, die ihn zu seinem First-class-Hotel bringt. Die Schlepper, die ihm am Flughafen ein taxi anbieten, hat er sofort durchschaut. Womöglich wird er in einem normalen taxi sogar ausgeraubt. Im hotel angekommen, genießt er das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. Er weiß jetzt schon, dass er seinem Freund zuhause erstmal erklären muss, wie man sich richtig verhält in Thailand.

 

Rüdiger in Bangkok:

 

Rüdiger fühlt sich pudelwohl. Es war das einzig richtige, bereits in Deutschland alles zu buchen. Sein hotel an der Sukhumvit-Road ist nicht gerade billig aber einsame Spitze. Fast nur Geschäftleute wohnen da, viele Piloten der internationalen Airlines und nur ganz wenig Touristen. Auch Bars gibt es in der Nähe. Das hat er durch eine diskrete Frage an der Rezeption erfahren. Auch die Bars will er sich in den nächsten Tagen mal anschauen. Vorher aber möchte er erst mal Land und Leute kennen lernen. Also geht er einkaufen. Und einen Anzug möchte er sich schneidern lassen. Das hat er in seinem Reiseführer gelesen. Das ist ein Muss in Thailand. Vielleicht schaut er sich auch ein paar Edelsteine an.

 

Es ist heiß in Bangkok. Einfach herumschlendern und Geschäfte ansehen ist mehr als anstrengend. Rüdiger hat Durst. Also geht er, nein, nicht in eine Bar, sondern zu Seven-Eleven um sich was zu trinken zu kaufen. Im Laden sieht er eine Thai-Schönheit, die ihm die Sprache verschlägt. Knappe, eng sitzende Shorts und ein weißes Schlabber-T-Shirt. Schwarze Haare und dunkle Mandelaugen. Man kann genau erkennen, dass sie keinen BH trägt. Umständlich kramt sie ihr Kleingeld aus der Tasche, dabei fällt die Hälfte auf den Boden. Rüdiger ist Gentleman. Er hebt es für sie auf und kommt mit ihr ins Gespräch. Erstaunlich, wie gut sie Englisch spricht. Sie wird wohl der Oberschicht angehören oder sie hat studiert. Jedenfalls ist sie keine Nutte. Das sieht man sofort.

 

Rüdiger ist ein Glückspilz. Kaum angekommen, hat er schon eine Frau kennen gelernt, die genau sein Typ ist, gebildet, gutaussehend und jung. Vor allem hat sie nichts mit der Bar-Szene zu tun. Sie arbeitet in einem Restaurant als Kassiererin. Das ist eine Vertrauensstellung. Das hat sie ihm im taxi auf der Fahrt nach Hause erzählt. Rüdiger hat ihr angeboten, sie mit dem taxi nach Hause zu bringen, damit sie nicht mit dem Bus fahren muss. Er hat sich abends mit ihr zum Essen verabredet.

 

Vorsichtshalber hat Rüdiger im hotel einen Tisch bestellt. Er kennt sich ja nicht so gut aus in Bangkok und will nicht in einem Restaurant essen gehen, wo er sich vielleicht noch den Magen verdirbt. Suay, so heißt seine Errungenschaft, kommt zwar eine Viertelstunde zu spät, aber das ist bei dem Verkehr in Bangkok auch kein Wunder. Das Essen ist phantastisch. Suay hat zwar kaum etwas gegessen von dem Fünf-Gänge-Menü, aber Rüdiger hat im Reiseführer gelesen, die Thais machen das wegen der Höflichkeit. Wenn sie alles aufessen, verliere der Gastgeber sein Gesicht weil er seinem Gast zu wenig serviert hat. Rüdiger ist ganz hingerissen von soviel hautnah erlebter asiatischer Kultur. Anschließend gehen sie noch in eine Disco.

 

Nein, in seinem Hotelzimmer kann Suay nicht übernachten. Sie ist nicht "so eine". Das versteht Rüdiger natürlich. Im Grunde war es nur ein Test. Das Suay nicht so einfach mit einem fremden Mann ins hotel geht, kann nur einen Grund haben: Suay ist ein anständiges Mädchen. Und das ist genau das was Rüdiger gesucht hat.

 

Aber Suay ist einverstanden, mit Rüdiger am Wochenende ein wenig die nähere Umgebung Bangkoks zu bereisen. An der Rezeption hat er sich erkundigt. Eine zweitägige Tour nach Pattaya in einer Limousine ist nicht zu teuer. Suay ist einverstanden und Rüdiger bucht die Limousine und ein Doppelzimmer im Dusit Thani in Pattaya. Rüdiger freut sich auf das Wochenende.

 

 

Rüdiger in Pattaya

 

 

So lässt er sich das gefallen: Klimatisierte Limousine, getönte Scheiben und neben ihm seine Suay. Das einzige was ihn etwas stört ist, dass sie sich ständig mit dem Chauffeur auf Thai unterhält. Wahrscheinlich erklärt sie ihm, dass sie keine Prostituierte sei, die mit ihrem Kunden unterwegs ist. Schließlich will sie ja nicht ihr Gesicht verlieren. Ein Wort hört Rüdiger immer wieder: "Falang" Er wird Suay fragen, was das auf Englisch heißt, wenn sie angekommen sind.

 

Das Wochenende in Pattaya ist traumhaft schön. So harmonische und sexuell anregende Ferien hat Rüdiger mit seiner Frau schon lange nicht mehr erlebt. Suay möchte zwar oft lieber schlafen, wenn ihm zum Spazierengehen, Schwimmen gehen oder am Strand liegen zumute ist, aber im Bett ist es ja auch angenehm. Nur schlafen möchte Rüdiger dann meistens nicht.

 

Suay ist auf jeden Fall keine Prostituierte. Am Samstag hat sie ihn sogar zum Abendessen eingeladen. In ein Thai-Restaurant. Rüdiger hat seitdem ein paar Schwierigkeiten mit der Verdauung. Er lässt sich aber nichts anmerken. Er will Suay ja nicht kränken.

 

Rüdiger weiß jetzt auch was "Falang" heißt. Eigentlich schreibt man es ja "Farang". Aber die Thais sprechen es anders aus. Komisch. Rüdiger wird sich in Deutschland erkundigen, ob es Sprachkurse für Thai gibt. Er möchte nicht immer nur Englisch mit seiner Freundin reden. Und er möchte auch verstehen, was die anderen Thais zu Suay sagen.

 

Suay hat sich andauernd mit den Bar-Mädchen unterhalten als sie samstags abends in Pattaya unterwegs waren. Rüdiger hatte den Eindruck, also ob Suay viele davon kennen würde. Aber Suay hat es ihm dann erklärt. Suay stammt aus Udon Thani, das ist im Nordosten Thailands. Viele der Bar-Mädchen kommen auch von dort und deshalb kennt sie natürlich viele. Gott sei Dank hat Suay es nicht nötig, anschaffen zu gehen. Sie hat ja ihren gut bezahlten Job als Kassiererin in Bangkok.

 

Rüdiger ist verliebt. Er möchte Suay etwas schenken. Doch Suay lehnt ab. Sie möchte Rüdiger nicht ausnutzen. Schließlich einigt man sich auf eine Goldkette. Dann hat sie wenigstens ein Andenken ganz dicht bei sich, wenn Rüdiger wieder nach Deutschland muss.

 

Daran darf Rüdiger überhaupt nicht denken. Zurück nach Deutschland, weit weg von seiner geliebten Suay. Er überlegt schon die ganze Zeit, was er tun kann, um so schnell wie möglich wieder nach Thailand zurück zu kommen. Es wird ihm schon was einfallen. Vielleicht ergeben sich sogar geschäftliche Möglichkeiten hier. Rüdiger versteht etwas von Technik. Wenn er sich in Pattaya so umsieht, gibt es eine ganze Menge Möglichkeiten etwas zu verbessern.

 

Die Zeit vergeht wie im Fluge. Schon ist nur noch eine Woche Zeit bis Rüdiger zurückfliegen muss. Sie waren viel unterwegs. In Kanchanaburi bei der schwimmenden Nonne (Mae Chi Loi Nam) zum Beispiel. So was sieht nicht jeder Tourist. Rüdiger ist froh, eine ortskundige Begleiterin zu haben. Sie liebt ihn auch. Das hat sie ihm schon oft gesagt. Sie schläft jetzt auch manchmal bei ihm im hotel in Bangkok. Tagsüber sind sie immer zusammen. Rüdiger ist glücklich.

 

Rüdiger könnte heulen. Heute um 23:50 Uhr geht sein Flieger nach Frankfurt. Und Suay kann nicht mit. Ein Visum war in der Kürze der Zeit nicht mehr zu bekommen. Vielleicht ist es besser so. Rüdiger muss zuhause die Dinge erstmal ins Reine bringen. Seine Frau muss das verstehen. Sie wird seinem Glück nicht im Wege stehen wollen. Rüdiger verspricht Suay, dass er sie sehr liebt und immer für sie da sein wird. Wenn sie ein Problem hat, soll sie ihn sofort anrufen. Und sie soll sich bloß nicht mit anderen Männern einlassen. Suay verspricht es ihm. Das Geld, das er ihr zum Abschied geben will, lehnt sie entschieden ab. Sie ist sogar etwas beleidigt. Schließlich liebt sie ihn und hat ihr eigenes Geld.

 

Rüdiger ist wieder in Deutschland.

 

Fast jeden Tag kommen E-Mails von Suay. Sie versichert ihm wie sehr sie ihn liebt und wie schwer die Zeit jetzt ist, ohne ihn. Manchmal schreibt sie auch Briefe. Rüdiger hält es fast nicht mehr aus vor Sehnsucht. Schon ist der nächste Flug gebucht. Rüdiger kann es kaum mehr erwarten Suay wieder zu sehen.

 

Rüdiger hat mit seiner Frau gesprochen. Sie hält ihn für verrückt. Sie versteht ihn eben nicht. Sie hat ihn noch nie verstanden. Es ist ihm egal. Er allein weiß, was für ihn gut ist.

 

Es ist noch ein Monat, bis Rüdiger seine Suay wieder sehen wird. Da erhält Rüdiger ein Fax von Suay...

 

Suay schreibt, dass sie Rüdiger liebt, wie sie vorher noch nie einen Mann geliebt hat und dass sie es kaum erwarten kann, bis Rüdiger wieder nach Thailand kommt. Aber sie weiß auch, dass Rüdiger dann bald wieder nach Hause zurück muss. So kann es nicht weitergehen. Deshalb hat Suay sich Gedanken gemacht. Rüdiger soll in Thailand bleiben. Dafür bietet sich jetzt eine einmalige Gelegenheit.

 

Ihr Vater kann, nur wenige Kilometer vom Dorf entfernt, ein Stück Land kaufen. Auf diesem Grundstück kann man eine Farm bauen und Schweine züchten. Das würde die ganze Familie ernähren. Das Geld hat Suays Vater schon fast zusammen. Es fehlen nur noch 20% des Kaufpreises. Wenn Rüdiger diese Summe übernimmt, dann gehört er zur Familie und er kann in Thailand bei Suay bleiben und Rüdiger, Suay und die ganze Familie können von der Farm in Wohlstand leben. Allerdings muss es schnell gehen. Wenn der Vater nicht in spätestens zwei Wochen den vollen Kaufpreis zusammen hat, wird der Besitzer es jemand anderem verkaufen. Die Bank hat Suays Vater schon Geld für das Grundstück geliehen, aber es reicht nicht.

 

Suay bittet Rüdiger, 400.000 Baht auf ihr Konto zu überweisen. Suay weiß, dass das sehr viel Geld ist. Aber schließlich geht es um die gemeinsame Zukunft.

 

Rüdiger ist wirklich ein Glückspilz. Eine Frau gefunden zu haben, die soviel Initiative entwickelt und sich rührend um die gemeinsame Zukunft sorgt, dass ist mehr als er erwartet hatte. Rüdiger überlegt eine Weile. Es geht schließlich um fast 9.000 Euro. Schweinezucht ist zwar nicht das, was er sich vorgestellt hat, aber schließlich tritt er ja nur als Investor auf. Er wird ganz gewiss nicht auf der Farm mitarbeiten. Aber wenn er erstmal mit Suay verheiratet ist, ergeben sich vielleicht noch ganz andere Möglichkeiten. Also überweist Rüdiger ein paar Tage später das Geld nach Thailand.

 

Rüdiger ist wieder in Thailand.

 

Im Flugzeug nach Bangkok ist er ziemlich nervös. Schließlich kann es ja sein, dass Suay ihn betrogen hat, ihn gar nicht vom Flughafen abholt und mit dem Geld verschwunden ist. Aber als er in der Ankunftshalle seine Suay sieht, weiß er, dass Thailänder und ganz besonders seine Suay, anders sind als die raffgierigen Deutschen. Rüdiger schämt sich, an seiner Geliebten gezweifelt zu haben und erzählt Suay nichts davon.

 

Im hotel erzählt Suay, dass das Grundstück bereits gekauft ist und in Kürze die Bauarbeiten beginnen werden. Suay möchte aber jetzt noch nicht nach Udon Thani zu ihren Eltern fliegen, sondern noch eine Woche mit Rüdiger in Bangkok bleiben und Spaß haben. Danach soll es dann mit Rüdiger zu Suays Eltern gehen.

 

Rüdiger ist in seinem Element. Er erklärt Suay, wie man Geschäfte macht und dass er froh ist, jetzt in der entscheidenden Phase in Thailand zu sein. Schließlich will er ja nicht, dass Suay oder ihre Eltern von der Baufirma übers Ohr gehauen werden. Suay beruhigt Rüdiger. Auf dem Land vertraut man einander und ihr Vater kennt den Chef der Baufirma persönlich.

 

Am nächsten Tag gehen Rüdiger und Suay einkaufen. Suay möchte zwar nicht, dass Rüdiger soviel Geld für sie ausgibt, aber jetzt, wo schon Heiratspläne gemacht werden, kann sie Rüdiger das nicht mehr abschlagen.

 

Sie verbringen wunderschöne Tage in Bangkok. Rüdiger liebt seine Suay immer mehr. Er kann sich gar nicht mehr vorstellen, ohne sie im kalten Deutschland zu leben.

 

Rüdiger ist sicher, dass er innerhalb der nächsten sechs Monate von seiner Frau geschieden ist. Dann wird er Suay heiraten und für immer mit ihr in Thailand glücklich sein. Rüdiger freut sich, endlich Suays Familie kennen zu lernen und so fliegen sie nach ein paar Tagen nach Udon Thani.

 

 

Rüdiger in Udon Thani

 

 

Sie mussten ziemlich lange mit dem taxi fahren, bis sie endlich am Haus von Suays Eltern in einem kleinen Dorf in der Nähe von Udon Thani ankamen. Rüdiger war etwas enttäuscht. So hatte er sich das nicht vorgestellt. Es war gar kein richtiges Haus, in dem Suays Eltern wohnten. Es war ein Holzhaus an einem kleinen Flüsschen und es war auf Holzpfählen gebaut. Alles spielte sich auf dem Fußboden ab. Sogar geschlafen wurde auf dem Fußboden. Rüdiger nahm Suay zur Seite und fragte sie, ob man nicht lieber in ein hotel ziehen sollte, es wäre dort doch viel gemütlicher. Das lehnte Suay aber entschieden ab. Das wäre eine Beleidigung für ihre Eltern und Verwandten, die sich so darauf gefreut hatten, Rüdiger endlich kennen zu lernen. Außerdem sei es viel zu weit bis zum nächsten hotel. Rüdiger fügte sich.

 

Am frühen Nachmittag wurde Rüdiger darüber informiert, dass man beschlossen hatte, erstmal einkaufen zu gehen. Am Abend sollte ein großes Fest, Rüdiger zu Ehren, stattfinden und es seien nicht genug Lebensmittel im Haus. Mit einem PickUp fuhr man also in einen größeren Ort mit einem Supermarkt. Suays Verwandte, und das waren nicht wenige, packten alles in den Einkaufswagen, was sich bot. Schuhe für die Kinder, Hosen, Blusen, Lebensmittel und vor allem alkoholische Getränke und Zigaretten. Rüdiger fragte Suay, ob dass denn wirklich alles nötig sei. Suay sagte nur, Rüdiger solle nicht so geizig sein, schließlich sei heute ein besonderer Tag. An der Kasse ließ man Rüdiger den Vortritt und er musste alles bezahlen. Wenn es auch, gemessen an deutschen Preisen, recht billig war, so fand Rüdiger doch, dass es von Suays Verwandten unverschämt war, ihn alles bezahlen zu lassen.

 

Zurück im Dorf, stellte Rüdiger fest, dass man unterdessen seinen Koffer ausgepackt und seine Utensilien bereits für ihn im ganzen Haus verteilt hatte. Er traute sich aber nicht, sich darüber aufzuregen, da er als Thailand-Kenner ja wusste, dass er damit unwiderruflich sein Gesicht verlieren würde.

 

Kurz bevor es dunkel wurde waren alle Thais betrunken. Rüdiger beachteten sie kaum mehr. Auch Suay hatte sich seit der Ankunft im Dorf völlig verändert, fand Rüdiger. Sie führte sich auf als wäre sie die Chefin der Familie. Sogar ihn, der doch die Hauptperson des Festes sein sollte, kommandierte sie recht unfreundlich herum und jedes Mal wenn Rüdiger zur Sparsamkeit mahnte, entgegnete Suay, dass Geizhälse in Thailand überhaupt nicht beliebt seien.

 

Schließlich war es Zeit, schlafen zu gehen. Suay konnte auf gar keinen Fall neben Rüdiger im gleichen Raum schlafen. Sie schlief bei ihrer Schwester im Haus. Das gefiel Rüdiger nun ganz und gar nicht. Suay sagte, dass es schließlich egal sei, jetzt werde ohnehin geschlafen und da brauche man sich nicht mehr unterhalten. Rüdiger schlief lange nicht ein auf dem harten Fußboden und wünschte sich und Suay in ein Hotelzimmer in Bangkok.

 

So ging es auch am nächsten Tag weiter. Die Thais saßen den ganz Tag faul herum, unterhielten sich, tranken und rauchten Rüdigers Zigaretten. Rüdiger war nur gefragt, wenn es darum ging wieder mal etwas zu bezahlen oder um die Schulden von irgendwelchen Verwandten an ihre Gläubiger zu regulieren. Rüdiger wollte nun endlich das Grundstück sehen, für das er Suays Vater das Geld gegeben hatte und er wollte den Fortgang der Bauarbeiten überwachen. Suay sagte ihm, dass man morgen dorthin fahren würde und er solle nicht immer so ungeduldig sein.

 

Rüdiger traute seinen Augen nicht. Die "Schweinefarm" war ein nicht sehr großes Stück Brachland, in das man einige Holzpflöcke zur Markierung gerammt hatte. Es sah aus als ob hier Kinder gespielt hätten. Dass hier keine Bauarbeiten im Gange waren, sah er sofort. Schließlich war er vom Fach. Als er Suay fragte, ob er hier betrogen werden solle, wurde sie sehr böse. Sie sagte ihm, dass in Thailand die Dinge eben anders gemacht werden, als in Deutschland und dass er überhaupt nicht beurteilen könne wie in Thailand gebaut wird. Er solle sich gedulden und abwarten, dann werde er schon sehen. Rüdiger entschuldigte sich bei Suay, aber trotzdem sprach sie mit ihm auf der Rückfahrt ins Dorf kein Wort mehr.

 

Am Abend dieses Tages herrschte vor dem Haus große Aufregung. Fremde kamen und unterhielten sich aufgeregt mit Suays Verwandten. Da Rüdiger kein Wort verstand, fragte er Suay, was denn los sei. Sie sagte, dass ein großes Unglück geschehen ist. Ihr Vater habe mit dem Moped ein kleines Kind angefahren und verletzt und sei jetzt auf der Polizeistation. Wenn nicht 10.000 Baht Kaution bezahlt würden, so müsse ihr Vater in Haft bleiben. Dies könne Rüdiger doch auf gar keinen Fall zulassen. Rüdiger gab Suay das Geld. Nein, er könne nicht mit zur Polizeistation kommen, womöglich würden die Polizisten sonst noch mehr Geld verlangen, wenn sie sehen, dass ein Farang die Kaution bezahlt.

 

Nach Stunden der Ungewissheit kam Suay und ihr Vater zurück. Dieser wirkte schon wieder etwas betrunken. Er würdigte Rüdiger kaum eines Blickes und bedankte sich auch nicht für die Hilfe in Form der Kaution, die Rüdiger gezahlt hatte, Rüdiger hatte jetzt endgültig die Nase voll. Er nahm sich vor, das Dorf ohne Suay so schnell wie möglich zu verlassen.

 

In dieser Nacht schlief Rüdiger nicht. Er wartete, bis alle wieder betrunken waren und sich hingelegt hatten. Dann stand er leise auf und zog sich an. Er nahm nur seinen Pass, die Brieftasche und die Reiseschecks mit und lies alle anderen Sachen im Haus zurück um niemanden zu wecken. Rüdiger hatte keine Lust, sich womöglich mit Suays Anverwandten zu streiten. Er wollte die Straße nach Udon Thai zu Fuß gehen, nach Phuket fliegen und den Rest seines Urlaubs in einem zivilisierten hotel verbringen.

 

Als er eine Stunde gelaufen war, nahm ihn ein alter Mann in einem Pickup mit und setzte ihn in der Nähe des Flughafens ab. Fast ununterbrochen redete der alte Mann auf Rüdiger ein und lachte immerzu. Rüdiger verstand kein Wort und nickte nur. Niemand von Suays Verwandten hatte seine "Flucht" bemerkt und war ihm gefolgt. Rüdiger war froh und flog nach zweistündiger Wartezeit über Bangkok nach Phuket.

 

Rüdiger ist jetzt ein intimer Thailand-Kenner. Keines der Barmädchen in den Bars von Patong Beach kann ihm jetzt noch was vormachen. Rüdiger ist Suay sogar ein wenig dankbar für die negativen Erfahrungen, die er mit ihr machte. Einige der Mädchen, die Rüdiger mit ins hotel nimmt, versuchen ihm Geschichten aufzutischen, aber Rüdiger fällt darauf nicht mehr herein. Er nimmt sie mit, hat seinen Spaß, bezahlt sie und schickt sie wieder weg.

 

Morgen fliegt Rüdiger wieder nach Deutschland. Er hat heute keine Lust, in eine Bar zu gehen, deswegen setzt er sich in einer Diskothek zu einer bezaubernden jungen Dame an den Tisch. Sie kommen ins Gespräch. Sie heißt Kim und spricht nicht so gut Englisch wie Suay. Klar, denkt Rüdiger, Kim ist schließlich auch keine Professionelle und hat keine Erfahrung mit Farangs.

 

Schade ist nur, dass Rüdiger morgen wieder nach Hause muss. Aber seinen nächsten Thailand-Flug hat Rüdiger schon gebucht. Er dachte ja, dass er Suay heiraten würde. Also tauscht man E-Mail Adressen und verabredet sich in zwei Monaten wieder hier in Phuket. Bis dahin wird man sich Mails schreiben und kann sich so besser kennen lernen.

 

Rüdiger freut sich schon auf seinen nächsten Thailand Urlaub. Er ist stolz, so schnell eine Frau gefunden zu haben, die nicht so durchtrieben ist wie Suay. Zudem sieht sie auch besser aus. Rüdiger ist eben ein Glückspilz.

 

 

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  • 2 weeks later...

Ja, solche Geschichten zu lesen macht Spass. Leider sind in solchen Geschichten sehr viel Wahrheit drin. Jeden Tag kommt ein solcher "Farang" in Thailand an.

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  • 6 months later...

1A geschichte ,

 

ich suche meine suay in pattaya , was solls geld kommt , geld geht , aber die schöne zeit die bleibt in erinnerung

:Party3:

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Lustig aber manchmal wahr ...

 

hatte es damals von irgendwo auf einer Webseite kopiert ... kann dem Autor aber nicht mehr ausfindig machen ... sorry

 

 

Hauptdarsteller:

 

Rüdiger K. (43), selbständig, Dipl.-Ing.

 

Suay T. (21), Kellnerin in einer Bar.

 

Vorgeschichte:

 

Rüdiger ist erfolgreich. Durch harte Arbeit und Stehvermögen hat er sich in Deutschland eine eigene Firma aufgebaut. Er hat fünf Angestellte und seine Firma läuft gut. Die Produkte, die er anbietet, sind, da er in einer Marknische agiert, fast konkurrenzlos und die Rezession ist beinahe spurlos an ihm vorbeigegangen.

 

Rüdiger hat aber auch Probleme. Probleme mit seiner Familie. Insbesondere in der Ehe kriselt es. 16-Stunden-Arbeitstage, Wochenendarbeit und Urlaub den es nicht gab, veranlassen die Frau, ihren Spaß anderswo zu suchen. Wozu hat man denn Geld, wenn man es vor lauter Arbeit nicht ausgeben kann?

 

Rüdiger hat auch viele Freunde. Einer davon war vor kurzem vier Wochen in Thailand. Er schwärmt ihm vor, jedes Mal wenn sie sich treffen, wie toll es da doch sei. Alle lächeln, sind offen für alles und insbesondere die Frauen sind willig und anschmiegsam, ganz anders eben als die zickigen Emanzen hier im kalten Deutschland.

 

Aber Rüdiger ist auch Realist. Er glaubt seinem Freund nicht so recht. Andererseits ist ein Urlaub schon zwei Jahre fällig, seine Firma läuft gut und seinem Partner kann er vertrauen. Seine Frau? Die ist begeistert von der Idee, getrennt in Urlaub zu fahren.

 

Also kauft sich Rüdiger ein Ticket nach Bangkok. Natürlich Business-Class, man möchte ja nicht mit den Sex-Touristen zusammen in der Holzklasse reisen. Wenn er sich seine Mitreisenden in der Wartehalle so anschaut, dann weiß er ganz genau, dass er aus anderem Holz geschnitzt ist.

 

In Bangkok angekommen, macht er auch nicht die Fehler, die die anderen Neulinge machen: Er wechselt natürlich nur ganz wenig Geld direkt am Flughafen (das tut er lieber später im Hotel) und leistet sich eine Limousine, die ihn zu seinem First-class-Hotel bringt. Die Schlepper, die ihm am Flughafen ein Taxi anbieten, hat er sofort durchschaut. Womöglich wird er in einem normalen Taxi sogar ausgeraubt. Im Hotel angekommen, genießt er das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. Er weiß jetzt schon, dass er seinem Freund zuhause erstmal erklären muss, wie man sich richtig verhält in Thailand.

 

Rüdiger in Bangkok:

 

Rüdiger fühlt sich pudelwohl. Es war das einzig richtige, bereits in Deutschland alles zu buchen. Sein Hotel an der Sukhumvit-Road ist nicht gerade billig aber einsame Spitze. Fast nur Geschäftleute wohnen da, viele Piloten der internationalen Airlines und nur ganz wenig Touristen. Auch Bars gibt es in der Nähe. Das hat er durch eine diskrete Frage an der Rezeption erfahren. Auch die Bars will er sich in den nächsten Tagen mal anschauen. Vorher aber möchte er erst mal Land und Leute kennen lernen. Also geht er einkaufen. Und einen Anzug möchte er sich schneidern lassen. Das hat er in seinem Reiseführer gelesen. Das ist ein Muss in Thailand. Vielleicht schaut er sich auch ein paar Edelsteine an.

 

Es ist heiß in Bangkok. Einfach herumschlendern und Geschäfte ansehen ist mehr als anstrengend. Rüdiger hat Durst. Also geht er, nein, nicht in eine Bar, sondern zu Seven-Eleven um sich was zu trinken zu kaufen. Im Laden sieht er eine Thai-Schönheit, die ihm die Sprache verschlägt. Knappe, eng sitzende Shorts und ein weißes Schlabber-T-Shirt. Schwarze Haare und dunkle Mandelaugen. Man kann genau erkennen, dass sie keinen BH trägt. Umständlich kramt sie ihr Kleingeld aus der Tasche, dabei fällt die Hälfte auf den Boden. Rüdiger ist Gentleman. Er hebt es für sie auf und kommt mit ihr ins Gespräch. Erstaunlich, wie gut sie Englisch spricht. Sie wird wohl der Oberschicht angehören oder sie hat studiert. Jedenfalls ist sie keine Nutte. Das sieht man sofort.

 

Rüdiger ist ein Glückspilz. Kaum angekommen, hat er schon eine Frau kennen gelernt, die genau sein Typ ist, gebildet, gutaussehend und jung. Vor allem hat sie nichts mit der Bar-Szene zu tun. Sie arbeitet in einem Restaurant als Kassiererin. Das ist eine Vertrauensstellung. Das hat sie ihm im Taxi auf der Fahrt nach Hause erzählt. Rüdiger hat ihr angeboten, sie mit dem Taxi nach Hause zu bringen, damit sie nicht mit dem Bus fahren muss. Er hat sich abends mit ihr zum Essen verabredet.

 

Vorsichtshalber hat Rüdiger im Hotel einen Tisch bestellt. Er kennt sich ja nicht so gut aus in Bangkok und will nicht in einem Restaurant essen gehen, wo er sich vielleicht noch den Magen verdirbt. Suay, so heißt seine Errungenschaft, kommt zwar eine Viertelstunde zu spät, aber das ist bei dem Verkehr in Bangkok auch kein Wunder. Das Essen ist phantastisch. Suay hat zwar kaum etwas gegessen von dem Fünf-Gänge-Menü, aber Rüdiger hat im Reiseführer gelesen, die Thais machen das wegen der Höflichkeit. Wenn sie alles aufessen, verliere der Gastgeber sein Gesicht weil er seinem Gast zu wenig serviert hat. Rüdiger ist ganz hingerissen von soviel hautnah erlebter asiatischer Kultur. Anschließend gehen sie noch in eine Disco.

 

Nein, in seinem Hotelzimmer kann Suay nicht übernachten. Sie ist nicht "so eine". Das versteht Rüdiger natürlich. Im Grunde war es nur ein Test. Das Suay nicht so einfach mit einem fremden Mann ins Hotel geht, kann nur einen Grund haben: Suay ist ein anständiges Mädchen. Und das ist genau das was Rüdiger gesucht hat.

 

Aber Suay ist einverstanden, mit Rüdiger am Wochenende ein wenig die nähere Umgebung Bangkoks zu bereisen. An der Rezeption hat er sich erkundigt. Eine zweitägige Tour nach Pattaya in einer Limousine ist nicht zu teuer. Suay ist einverstanden und Rüdiger bucht die Limousine und ein Doppelzimmer im Dusit Thani in Pattaya. Rüdiger freut sich auf das Wochenende.

 

 

Rüdiger in Pattaya

 

 

So lässt er sich das gefallen: Klimatisierte Limousine, getönte Scheiben und neben ihm seine Suay. Das einzige was ihn etwas stört ist, dass sie sich ständig mit dem Chauffeur auf Thai unterhält. Wahrscheinlich erklärt sie ihm, dass sie keine Prostituierte sei, die mit ihrem Kunden unterwegs ist. Schließlich will sie ja nicht ihr Gesicht verlieren. Ein Wort hört Rüdiger immer wieder: "Falang" Er wird Suay fragen, was das auf Englisch heißt, wenn sie angekommen sind.

 

Das Wochenende in Pattaya ist traumhaft schön. So harmonische und sexuell anregende Ferien hat Rüdiger mit seiner Frau schon lange nicht mehr erlebt. Suay möchte zwar oft lieber schlafen, wenn ihm zum Spazierengehen, Schwimmen gehen oder am Strand liegen zumute ist, aber im Bett ist es ja auch angenehm. Nur schlafen möchte Rüdiger dann meistens nicht.

 

Suay ist auf jeden Fall keine Prostituierte. Am Samstag hat sie ihn sogar zum Abendessen eingeladen. In ein Thai-Restaurant. Rüdiger hat seitdem ein paar Schwierigkeiten mit der Verdauung. Er lässt sich aber nichts anmerken. Er will Suay ja nicht kränken.

 

Rüdiger weiß jetzt auch was "Falang" heißt. Eigentlich schreibt man es ja "Farang". Aber die Thais sprechen es anders aus. Komisch. Rüdiger wird sich in Deutschland erkundigen, ob es Sprachkurse für Thai gibt. Er möchte nicht immer nur Englisch mit seiner Freundin reden. Und er möchte auch verstehen, was die anderen Thais zu Suay sagen.

 

Suay hat sich andauernd mit den Bar-Mädchen unterhalten als sie samstags abends in Pattaya unterwegs waren. Rüdiger hatte den Eindruck, also ob Suay viele davon kennen würde. Aber Suay hat es ihm dann erklärt. Suay stammt aus Udon Thani, das ist im Nordosten Thailands. Viele der Bar-Mädchen kommen auch von dort und deshalb kennt sie natürlich viele. Gott sei Dank hat Suay es nicht nötig, anschaffen zu gehen. Sie hat ja ihren gut bezahlten Job als Kassiererin in Bangkok.

 

Rüdiger ist verliebt. Er möchte Suay etwas schenken. Doch Suay lehnt ab. Sie möchte Rüdiger nicht ausnutzen. Schließlich einigt man sich auf eine Goldkette. Dann hat sie wenigstens ein Andenken ganz dicht bei sich, wenn Rüdiger wieder nach Deutschland muss.

 

Daran darf Rüdiger überhaupt nicht denken. Zurück nach Deutschland, weit weg von seiner geliebten Suay. Er überlegt schon die ganze Zeit, was er tun kann, um so schnell wie möglich wieder nach Thailand zurück zu kommen. Es wird ihm schon was einfallen. Vielleicht ergeben sich sogar geschäftliche Möglichkeiten hier. Rüdiger versteht etwas von Technik. Wenn er sich in Pattaya so umsieht, gibt es eine ganze Menge Möglichkeiten etwas zu verbessern.

 

Die Zeit vergeht wie im Fluge. Schon ist nur noch eine Woche Zeit bis Rüdiger zurückfliegen muss. Sie waren viel unterwegs. In Kanchanaburi bei der schwimmenden Nonne (Mae Chi Loi Nam) zum Beispiel. So was sieht nicht jeder Tourist. Rüdiger ist froh, eine ortskundige Begleiterin zu haben. Sie liebt ihn auch. Das hat sie ihm schon oft gesagt. Sie schläft jetzt auch manchmal bei ihm im Hotel in Bangkok. Tagsüber sind sie immer zusammen. Rüdiger ist glücklich.

 

Rüdiger könnte heulen. Heute um 23:50 Uhr geht sein Flieger nach Frankfurt. Und Suay kann nicht mit. Ein Visum war in der Kürze der Zeit nicht mehr zu bekommen. Vielleicht ist es besser so. Rüdiger muss zuhause die Dinge erstmal ins Reine bringen. Seine Frau muss das verstehen. Sie wird seinem Glück nicht im Wege stehen wollen. Rüdiger verspricht Suay, dass er sie sehr liebt und immer für sie da sein wird. Wenn sie ein Problem hat, soll sie ihn sofort anrufen. Und sie soll sich bloß nicht mit anderen Männern einlassen. Suay verspricht es ihm. Das Geld, das er ihr zum Abschied geben will, lehnt sie entschieden ab. Sie ist sogar etwas beleidigt. Schließlich liebt sie ihn und hat ihr eigenes Geld.

 

Rüdiger ist wieder in Deutschland.

 

Fast jeden Tag kommen E-Mails von Suay. Sie versichert ihm wie sehr sie ihn liebt und wie schwer die Zeit jetzt ist, ohne ihn. Manchmal schreibt sie auch Briefe. Rüdiger hält es fast nicht mehr aus vor Sehnsucht. Schon ist der nächste Flug gebucht. Rüdiger kann es kaum mehr erwarten Suay wieder zu sehen.

 

Rüdiger hat mit seiner Frau gesprochen. Sie hält ihn für verrückt. Sie versteht ihn eben nicht. Sie hat ihn noch nie verstanden. Es ist ihm egal. Er allein weiß, was für ihn gut ist.

 

Es ist noch ein Monat, bis Rüdiger seine Suay wieder sehen wird. Da erhält Rüdiger ein Fax von Suay...

 

Suay schreibt, dass sie Rüdiger liebt, wie sie vorher noch nie einen Mann geliebt hat und dass sie es kaum erwarten kann, bis Rüdiger wieder nach Thailand kommt. Aber sie weiß auch, dass Rüdiger dann bald wieder nach Hause zurück muss. So kann es nicht weitergehen. Deshalb hat Suay sich Gedanken gemacht. Rüdiger soll in Thailand bleiben. Dafür bietet sich jetzt eine einmalige Gelegenheit.

 

Ihr Vater kann, nur wenige Kilometer vom Dorf entfernt, ein Stück Land kaufen. Auf diesem Grundstück kann man eine Farm bauen und Schweine züchten. Das würde die ganze Familie ernähren. Das Geld hat Suays Vater schon fast zusammen. Es fehlen nur noch 20% des Kaufpreises. Wenn Rüdiger diese Summe übernimmt, dann gehört er zur Familie und er kann in Thailand bei Suay bleiben und Rüdiger, Suay und die ganze Familie können von der Farm in Wohlstand leben. Allerdings muss es schnell gehen. Wenn der Vater nicht in spätestens zwei Wochen den vollen Kaufpreis zusammen hat, wird der Besitzer es jemand anderem verkaufen. Die Bank hat Suays Vater schon Geld für das Grundstück geliehen, aber es reicht nicht.

 

Suay bittet Rüdiger, 400.000 Baht auf ihr Konto zu überweisen. Suay weiß, dass das sehr viel Geld ist. Aber schließlich geht es um die gemeinsame Zukunft.

 

Rüdiger ist wirklich ein Glückspilz. Eine Frau gefunden zu haben, die soviel Initiative entwickelt und sich rührend um die gemeinsame Zukunft sorgt, dass ist mehr als er erwartet hatte. Rüdiger überlegt eine Weile. Es geht schließlich um fast 9.000 Euro. Schweinezucht ist zwar nicht das, was er sich vorgestellt hat, aber schließlich tritt er ja nur als Investor auf. Er wird ganz gewiss nicht auf der Farm mitarbeiten. Aber wenn er erstmal mit Suay verheiratet ist, ergeben sich vielleicht noch ganz andere Möglichkeiten. Also überweist Rüdiger ein paar Tage später das Geld nach Thailand.

 

Rüdiger ist wieder in Thailand.

 

Im Flugzeug nach Bangkok ist er ziemlich nervös. Schließlich kann es ja sein, dass Suay ihn betrogen hat, ihn gar nicht vom Flughafen abholt und mit dem Geld verschwunden ist. Aber als er in der Ankunftshalle seine Suay sieht, weiß er, dass Thailänder und ganz besonders seine Suay, anders sind als die raffgierigen Deutschen. Rüdiger schämt sich, an seiner Geliebten gezweifelt zu haben und erzählt Suay nichts davon.

 

Im Hotel erzählt Suay, dass das Grundstück bereits gekauft ist und in Kürze die Bauarbeiten beginnen werden. Suay möchte aber jetzt noch nicht nach Udon Thani zu ihren Eltern fliegen, sondern noch eine Woche mit Rüdiger in Bangkok bleiben und Spaß haben. Danach soll es dann mit Rüdiger zu Suays Eltern gehen.

 

Rüdiger ist in seinem Element. Er erklärt Suay, wie man Geschäfte macht und dass er froh ist, jetzt in der entscheidenden Phase in Thailand zu sein. Schließlich will er ja nicht, dass Suay oder ihre Eltern von der Baufirma übers Ohr gehauen werden. Suay beruhigt Rüdiger. Auf dem Land vertraut man einander und ihr Vater kennt den Chef der Baufirma persönlich.

 

Am nächsten Tag gehen Rüdiger und Suay einkaufen. Suay möchte zwar nicht, dass Rüdiger soviel Geld für sie ausgibt, aber jetzt, wo schon Heiratspläne gemacht werden, kann sie Rüdiger das nicht mehr abschlagen.

 

Sie verbringen wunderschöne Tage in Bangkok. Rüdiger liebt seine Suay immer mehr. Er kann sich gar nicht mehr vorstellen, ohne sie im kalten Deutschland zu leben.

 

Rüdiger ist sicher, dass er innerhalb der nächsten sechs Monate von seiner Frau geschieden ist. Dann wird er Suay heiraten und für immer mit ihr in Thailand glücklich sein. Rüdiger freut sich, endlich Suays Familie kennen zu lernen und so fliegen sie nach ein paar Tagen nach Udon Thani.

 

 

Rüdiger in Udon Thani

 

 

Sie mussten ziemlich lange mit dem Taxi fahren, bis sie endlich am Haus von Suays Eltern in einem kleinen Dorf in der Nähe von Udon Thani ankamen. Rüdiger war etwas enttäuscht. So hatte er sich das nicht vorgestellt. Es war gar kein richtiges Haus, in dem Suays Eltern wohnten. Es war ein Holzhaus an einem kleinen Flüsschen und es war auf Holzpfählen gebaut. Alles spielte sich auf dem Fußboden ab. Sogar geschlafen wurde auf dem Fußboden. Rüdiger nahm Suay zur Seite und fragte sie, ob man nicht lieber in ein Hotel ziehen sollte, es wäre dort doch viel gemütlicher. Das lehnte Suay aber entschieden ab. Das wäre eine Beleidigung für ihre Eltern und Verwandten, die sich so darauf gefreut hatten, Rüdiger endlich kennen zu lernen. Außerdem sei es viel zu weit bis zum nächsten Hotel. Rüdiger fügte sich.

 

Am frühen Nachmittag wurde Rüdiger darüber informiert, dass man beschlossen hatte, erstmal einkaufen zu gehen. Am Abend sollte ein großes Fest, Rüdiger zu Ehren, stattfinden und es seien nicht genug Lebensmittel im Haus. Mit einem PickUp fuhr man also in einen größeren Ort mit einem Supermarkt. Suays Verwandte, und das waren nicht wenige, packten alles in den Einkaufswagen, was sich bot. Schuhe für die Kinder, Hosen, Blusen, Lebensmittel und vor allem alkoholische Getränke und Zigaretten. Rüdiger fragte Suay, ob dass denn wirklich alles nötig sei. Suay sagte nur, Rüdiger solle nicht so geizig sein, schließlich sei heute ein besonderer Tag. An der Kasse ließ man Rüdiger den Vortritt und er musste alles bezahlen. Wenn es auch, gemessen an deutschen Preisen, recht billig war, so fand Rüdiger doch, dass es von Suays Verwandten unverschämt war, ihn alles bezahlen zu lassen.

 

Zurück im Dorf, stellte Rüdiger fest, dass man unterdessen seinen Koffer ausgepackt und seine Utensilien bereits für ihn im ganzen Haus verteilt hatte. Er traute sich aber nicht, sich darüber aufzuregen, da er als Thailand-Kenner ja wusste, dass er damit unwiderruflich sein Gesicht verlieren würde.

 

Kurz bevor es dunkel wurde waren alle Thais betrunken. Rüdiger beachteten sie kaum mehr. Auch Suay hatte sich seit der Ankunft im Dorf völlig verändert, fand Rüdiger. Sie führte sich auf als wäre sie die Chefin der Familie. Sogar ihn, der doch die Hauptperson des Festes sein sollte, kommandierte sie recht unfreundlich herum und jedes Mal wenn Rüdiger zur Sparsamkeit mahnte, entgegnete Suay, dass Geizhälse in Thailand überhaupt nicht beliebt seien.

 

Schließlich war es Zeit, schlafen zu gehen. Suay konnte auf gar keinen Fall neben Rüdiger im gleichen Raum schlafen. Sie schlief bei ihrer Schwester im Haus. Das gefiel Rüdiger nun ganz und gar nicht. Suay sagte, dass es schließlich egal sei, jetzt werde ohnehin geschlafen und da brauche man sich nicht mehr unterhalten. Rüdiger schlief lange nicht ein auf dem harten Fußboden und wünschte sich und Suay in ein Hotelzimmer in Bangkok.

 

So ging es auch am nächsten Tag weiter. Die Thais saßen den ganz Tag faul herum, unterhielten sich, tranken und rauchten Rüdigers Zigaretten. Rüdiger war nur gefragt, wenn es darum ging wieder mal etwas zu bezahlen oder um die Schulden von irgendwelchen Verwandten an ihre Gläubiger zu regulieren. Rüdiger wollte nun endlich das Grundstück sehen, für das er Suays Vater das Geld gegeben hatte und er wollte den Fortgang der Bauarbeiten überwachen. Suay sagte ihm, dass man morgen dorthin fahren würde und er solle nicht immer so ungeduldig sein.

 

Rüdiger traute seinen Augen nicht. Die "Schweinefarm" war ein nicht sehr großes Stück Brachland, in das man einige Holzpflöcke zur Markierung gerammt hatte. Es sah aus als ob hier Kinder gespielt hätten. Dass hier keine Bauarbeiten im Gange waren, sah er sofort. Schließlich war er vom Fach. Als er Suay fragte, ob er hier betrogen werden solle, wurde sie sehr böse. Sie sagte ihm, dass in Thailand die Dinge eben anders gemacht werden, als in Deutschland und dass er überhaupt nicht beurteilen könne wie in Thailand gebaut wird. Er solle sich gedulden und abwarten, dann werde er schon sehen. Rüdiger entschuldigte sich bei Suay, aber trotzdem sprach sie mit ihm auf der Rückfahrt ins Dorf kein Wort mehr.

 

Am Abend dieses Tages herrschte vor dem Haus große Aufregung. Fremde kamen und unterhielten sich aufgeregt mit Suays Verwandten. Da Rüdiger kein Wort verstand, fragte er Suay, was denn los sei. Sie sagte, dass ein großes Unglück geschehen ist. Ihr Vater habe mit dem Moped ein kleines Kind angefahren und verletzt und sei jetzt auf der Polizeistation. Wenn nicht 10.000 Baht Kaution bezahlt würden, so müsse ihr Vater in Haft bleiben. Dies könne Rüdiger doch auf gar keinen Fall zulassen. Rüdiger gab Suay das Geld. Nein, er könne nicht mit zur Polizeistation kommen, womöglich würden die Polizisten sonst noch mehr Geld verlangen, wenn sie sehen, dass ein Farang die Kaution bezahlt.

 

Nach Stunden der Ungewissheit kam Suay und ihr Vater zurück. Dieser wirkte schon wieder etwas betrunken. Er würdigte Rüdiger kaum eines Blickes und bedankte sich auch nicht für die Hilfe in Form der Kaution, die Rüdiger gezahlt hatte, Rüdiger hatte jetzt endgültig die Nase voll. Er nahm sich vor, das Dorf ohne Suay so schnell wie möglich zu verlassen.

 

In dieser Nacht schlief Rüdiger nicht. Er wartete, bis alle wieder betrunken waren und sich hingelegt hatten. Dann stand er leise auf und zog sich an. Er nahm nur seinen Pass, die Brieftasche und die Reiseschecks mit und lies alle anderen Sachen im Haus zurück um niemanden zu wecken. Rüdiger hatte keine Lust, sich womöglich mit Suays Anverwandten zu streiten. Er wollte die Straße nach Udon Thai zu Fuß gehen, nach Phuket fliegen und den Rest seines Urlaubs in einem zivilisierten Hotel verbringen.

 

Als er eine Stunde gelaufen war, nahm ihn ein alter Mann in einem Pickup mit und setzte ihn in der Nähe des Flughafens ab. Fast ununterbrochen redete der alte Mann auf Rüdiger ein und lachte immerzu. Rüdiger verstand kein Wort und nickte nur. Niemand von Suays Verwandten hatte seine "Flucht" bemerkt und war ihm gefolgt. Rüdiger war froh und flog nach zweistündiger Wartezeit über Bangkok nach Phuket.

 

Rüdiger ist jetzt ein intimer Thailand-Kenner. Keines der Barmädchen in den Bars von Patong Beach kann ihm jetzt noch was vormachen. Rüdiger ist Suay sogar ein wenig dankbar für die negativen Erfahrungen, die er mit ihr machte. Einige der Mädchen, die Rüdiger mit ins Hotel nimmt, versuchen ihm Geschichten aufzutischen, aber Rüdiger fällt darauf nicht mehr herein. Er nimmt sie mit, hat seinen Spaß, bezahlt sie und schickt sie wieder weg.

 

Morgen fliegt Rüdiger wieder nach Deutschland. Er hat heute keine Lust, in eine Bar zu gehen, deswegen setzt er sich in einer Diskothek zu einer bezaubernden jungen Dame an den Tisch. Sie kommen ins Gespräch. Sie heißt Kim und spricht nicht so gut Englisch wie Suay. Klar, denkt Rüdiger, Kim ist schließlich auch keine Professionelle und hat keine Erfahrung mit Farangs.

 

Schade ist nur, dass Rüdiger morgen wieder nach Hause muss. Aber seinen nächsten Thailand-Flug hat Rüdiger schon gebucht. Er dachte ja, dass er Suay heiraten würde. Also tauscht man E-Mail Adressen und verabredet sich in zwei Monaten wieder hier in Phuket. Bis dahin wird man sich Mails schreiben und kann sich so besser kennen lernen.

 

Rüdiger freut sich schon auf seinen nächsten Thailand Urlaub. Er ist stolz, so schnell eine Frau gefunden zu haben, die nicht so durchtrieben ist wie Suay. Zudem sieht sie auch besser aus. Rüdiger ist eben ein Glücksp

Immer wieder das alte Spiel.Kenne auch einige aus meinem Umfeld,denen es änlich ergangen ist.

Dummheit bzw.Unwissenheit gepaart mit grenzenloser Geilheit läßt sich eben nicht ausmerzen.Cheers.

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  • 2 months later...

muss nicht immer so sein,

bin jetzt 2 jahre mit meiner mia verheiratet, im grunde genauso kennengelernt wie rüdiger, aber das weitere verlief anderst. bis jetzt ist kein pfennig geld von mir überwiesen worden. im gegenteil meine frau st richtig sparsam ein richtiger kiau.

 

gruß and

 

ps: also nicht alles verallgemeinern , es kann auch gut gehen

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Herzlichen Dank fuer das tolle Abenteuer.

 

Im "Der Farang", einer deutschsprachigen Zeitung in Thailand, gibt es viele solcher Geschichten. Konnte man bisher gratis bei Diamond Fashion on Soi Diamond beziehen.

Edited by macumba

Aus Spass wurde Ernst, und Ernst ist jetzt 5 Jahre alt.

 

Fuckin in Austria -......- Vagina in Russia -......-Pattaya Sun

 

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  • 1 year later...
  • 3 weeks later...

Ja, solche Geschichten zu lesen macht Spass. Leider sind in solchen Geschichten sehr viel Wahrheit drin. Jeden Tag kommt ein solcher "Farang" in Thailand an.

 

Jeden Tag kommen sicher Dutzende solcher Farangs in Thailand an. Sicher hat jeder von uns zu seinen eigenen Anfangszeiten als Newbie genügend Lehrgeld bezahlt, aber es heißt ja auch zurecht "Lehrgeld". 20/30 Jahre zurückblickend hatte auch noch keiner u.a. ein Forum wie hier z.B. als hilfeleistende Unsterstützung. Jetzt kann man sich nicht nur kundig lesen, sondern hat auch eine entsprechende Community, die einem hilft. Aber trotzdem gibts noch einige Fallstircke, über die man stolpern kann, wenn man im Ausland seine Zeit verbringt.

Trotzdem eine nette Geschichte, in der sich sicher eine Menge von uns in vielerlei Hinsicht selbst wieder finden können.

Edited by hps
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